Taiwan die Erste | Übers Ankommen

Ankommen ist sicherlich eine der wichtigsten Sachen die man bei einer Reise durchlaufen muss – und zwar im doppelten Sinne. Der erste Schritt ist verständlicherweise das körperliche Ankommen (wenn ich in dem abgestürzten Flugzeug in Taipei gesessen hätte wäre das leicht in die Hose gegangen) der zweite Schritt ist das seelische Ankommen.

Schritt eins war die Reise von Dresden nach Luxemburg; da ich am gleichen Tag meine Bachelorarbeit habe binden lassen und abgegeben habe bin ich erst um halb 3 losgekommen. Ich hatte ein Auto von Sixt gemietet und einen neuen VW Golf bekommen der sich echt klasse gefahren hat. Ihr könnt Euch aber wahrscheinlich mein dummes Gesicht nicht vorstellen, als ich die Handbremse lösen wollte und keine gefunden habe – bis zu dem Zeitpunkt war mir gar nicht bewusst, dass es so etwas wie eine elektrische Handbremse gibt. Gott sei Dank stand ich aber nicht auf dem Schlauch und habe richtig gefolgert, dass ein Knöpfchen mit „P“ wohl für „Parken“ steht und die Handbremse sein soll =) Soweit so gut…
Die deutschen Autobahnen waren dann auch gnädig zu mir und ich habe meine erste lange Autofahrt alleine hinterm Steuer gemeistert.

Nach einigen wenigen Tagen in Luxemburg hat mein privates Eltern-Taxi mich in der Früh nach Frankfurt gebracht, von wo ich einen Direkt-Flug nach Taipeh, Taiwan genommen habe. Die Wartezeit habe ich mir unter anderem mit dem Erproben meiner neuen spiegellosen Systemkamera verkürzt.

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Die erste wunderprächtige Überraschung kam im Flugzeug – da ein Passagier seinen reservierten Sitzplatz nicht in Anspruch genommen hat kam ich Glückspilz in den Genuss eines Platzes in der Economy Plus Klasse (ich wusste noch nicht ein Mal, dass es so eine Klasse überhaupt gibt) Was bedeutet das? Luxus, den ich mir sonst auf einem langen Flug nicht hätte leisten können: Unmengen an Beinfreiheit, Ruhe und einen Sitz, den man in die Horizontale verfrachten kann!! Obwohl ich die Nacht davor nicht geschlafen habe um mich schon auf die Zeitverschiebung vorzubereiten habe ich im Flugzeug so gut wie kein Azge zu getan, sondern Hörbuch gehört, Filme geschaut und gelesen. Viel zu sehen gab es leider nicht, da wohl die meisten kein Interesse an der schönen Aussicht hatten und die Fenster zugezogen hatten (ich saß übrigens in dem oberen Teil des Flugzeugs) und wir außerdem gegen den Sonnenlauf geflogen sind und es schnell dunkel wurde.

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Angekommen (im physischen Sinne) bin ich 6 Uhr früh Ortszeit und wurde von meiner Gast-Familie plus Oma begrüßt. Diese ist am gleichen Tag wieder nach London geflogen und wir haben noch zusammen in einem Hotel gefrühstückt. Dann ging es ab nach Hause und ich konnte mich nicht nur über mein Flughafen-Begrüßungsschild, sondern auch über eigene Hausschlappen, Tasse, riesen Teddy und wunderschöne Blumen freuen! Nachdem wir noch ein bisschen geredet haben konnte ich nicht anders und bin erst mal ins Bett geplumpst und habe ein bisschen Schlaf nachgeholt. Abends ging es dann zum ersten Mal Essen – Omnomnom =)

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So weit zum Ankommen Nummer eins. Was das Ankommen Nummer zwei angeht hat es ehrlich gesagt auch nicht wirklich lange gedauert. Meine „neue Familie“ ist total nett – sie ist nur wenige Jahre älter als ich und kommt aus Taiwan, er ist aus London und stammt aus einer jamaikanischen Familie (yeay, Reggae-Wochenendmusik =D). Es wird im Haus eigentlich nur Englisch geredet, was mir sehr entgegenkommt, da ich kein Wort Mandarin spreche (außer Guten Tag und Danke, heute außerdem „Briefmarke“ und „Europa“). Der kleine Fratz auf den ich aufpasse wir demnächst 3 Monate alt und ist seeehr niedlich. Natürlich bin ich auch deswegen mental sofort hier angekommen, weil das was ich an asiatischem „Flair“ mitkriege mir sehr liegt, vor allem aber weil die Aupair-Idee „Teil der Familie“ zu werden in diesem Fall absolut stimmt. Ich habe mich von Anfang an nicht nur integriert gefühlt, sondern auch persönlich geschätzt und nicht nur als die billigste Kinderbetreuung die Aupairs nun mal sind. Ich werde mit Essen überrascht, überwältigt und vollgestopft, auf Ausflüge mitgenommen, um meine Meinung gefragt, man sagt Bitte und Danke, bring mir vieleviele Milk-Teas (OMNOMNOM – einer der ersten war mit frischem Kürbis und hatte satte 500 Kilokalorien, ein wahres Gedicht…)

Mittlerweile bin ich nun schon gut 3 Wochen hier, und auf der einen Seite denke ich mir „Wie die Zeit vergeht“ und auf der anderen fühlt es sich so an als ob ich schon eine halbe Ewigkeit hier in Taiwan bin (im positiven Sinne). Wahrscheinlich genau deswegen, weil ich mich sofort wohl gefühlt habe und in der kurzen Zeit schon sooo viel erlebt habe. Mittlerweile habe ich schon über 2000 Fotos geschossen und viiiel zu erzählen, deswegen könnt Ihr Euch auf einige Artikel und schicke Bilder aus der exotischen Ferne freuen!!

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Alles Gute übrigens im Neuen Jahr =) Das aktuelle chinesische Tierkreiszeichen ist das Schaf / die Ziege und um die Feiertage war alles mit putzigkitschigen Tierchen dekoriert… Da ich auch in einem Schaf-Jahr zur Welt gekommen bin soll es ein glückliches 2015 für mich werden!


Bis dahin,
Eure Rotzi

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4 Gedanken zu “Taiwan die Erste | Übers Ankommen

  1. Flott. Den éischte Résumé aus Taipei! Dat kléngt jo alles immens flott, Economy Plus Class, wonnerschéin 😉 Schlappen, kalorieraicht Genaschels, Reggae an eng sympathesch Famill … ech denken, do hues Du et gutt getraff. Ech freeë mech op Deng nächst Erzielungen.
    lG
    Claudine

  2. … (wenn ich in dem abgestürzten Flugzeug in Taipei gesessen hätte wäre das leicht in die Hose gegangen)

    Das ist aber optimistisch ausgedrückt! 😉

    Schön zu lesen, dass es Dir da so gut geht, in der Ferne und Du eine so tolle Familie hast. Genieße die Zeit und lass uns weiter teilhaben, bin sehr gespannt, was Du noch so alles erleben wirst und auf viele schöne Fotos dazu.

    Sag, wie ist das Klima dort? Und wie sind die Menschen außerhalb der Familie? Sind sie aufgeschlossen Dir gegen über? Bist Du auch außerhalb der Familie schon ein wenig angekommen?

    GLG
    Frau Chaos

    • Im Moment finde ich das Wetter sehr angenehm: so zwischen 15-25°C, meistens Sonnenschein oder leicht bewölkt und eine kleine Brise. Perfekt für einen „Mitteleuropäer“ =). Es ist aber auch sehr lustig, wenn man selber in T-Shirt und Sonnenbrille rumläuft während manch Taiwanese in Daunenjacke und Schal eingekuschelt ist!
      Was mir außerhalb der Familie aufgefallen ist, ist dass die Leute erstaunlich wenig Englisch können oder nicht sprechen wollen, da ich noch kein Mandarin kann ist eine Übersetzungsapp auf dem Handy von Vorteil!! Aber höflich sind sie bis jetzt alle – verwunderte Blicke kriege ich meist nur ab wenn ich mit der Familie unterwegs bin: ein Mal Asiatin, ein mal dunkler Jamaikaner und dann weiß-pinkes Ich plus karamelliges Baby… Heute abend gehe ich mal auf ein Couchsurfer-Treffen um ein paar Leute kennen zu lernen und am Wochenende steht ein Holi-Fest auf dem Programm. Wenn ich erst ein paar Freundschaften geschlossen habe werde ich noch ein bisschen mehr ankommen (die Stadt hat mich auf jeden Fall schon gefangen =D)

      lG, Rotzi

  3. Also ech muss soen den Highlight ass fier mech den fliiger hun seuepps an mengem lierwen na net gesinn hoffen kommen och nach an den genoss dofunna, du haas io wierklech gleck. Freen mech awa op mei biller 🙂

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